Israel

Israel ist ein kleines Land mit geringen natürlichen Ressourcen. Schon früh entdeckten daher seine Gründerväter, allen voran Chaim Weizmann, der erste Präsident des Landes, menschliche Intelligenz und Wissenschaft als Schlüsselfaktoren. Das Daniel-Sieff-Forschungsinstitut, die Hebräische Universität Jerusalem, das Technion in Haifa und einige kleinere Einrichtungen entstanden bereits vor der Staatsgründung 1948. Auf ihnen konnte der Staat danach aufbauen.

Auf israelischer Seite prägen vor allem die forschungsstarken staatlich anerkannten Universitäten und das Weizmann Institute of Science (1934 als Daniel-Sieff-Forschungsinstitut gegründet) die Kooperation. Außerdem existiert ein Netz von öffentlichen Forschungseinrichtungen, darunter das Volcani Zentrum für landwirtschaftliche Forschung und weitere Zentren für Geophysik, Ozeanographie, Geologie und Biologie sowie die israelische Weltraumagentur. Die Zuständigkeiten für Wissenschaft liegen in zwei Ministerien: Das Wissenschaftsministerium Ministry of Science, Technology and Space (MOST) und das Wirtschaftsministerium Ministry of Economics (bis 2013 Ministry of Industry, Trade and Labor, MOITAL).

Die Dynamik der wissenschaftlichen Tätigkeit hat in den vergangenen Jahren noch einmal zugenommen. Das zeigt sich etwa an der Häufung von Nobelpreisen. Acht israelische Forscher haben in den vergangenen Jahren einen Nobelpreis erhalten: Daniel Kahnemann (Wirtschaft 2002), Aaron Ciechanover und Avram Hershko (Chemie 2004),  Robert Aumann (Wirtschaft 2005), Ada E. Yonath (Chemie 2009), Dan Shechtman (Chemie 2011), Michael Levitt und  Arieh Warshel (Chemie 2013).

Dahinter stehen gewaltige gesellschaftliche Anstrengungen: Israel investiert über vier Prozent seines Bruttoinlandsproduktes in Forschung und Entwicklung  –  eine der höchsten Quoten in der Welt. Laut Global Competitiveness Report des World Economic Forum steht es bei Innovationsfähigkeit weltweit auf dem dritten Platz. Israels besondere Stärke liegt in seinem Innovationsumfeld, das eine besonders schnelle Umsetzung von Innovationen in Unternehmen ermöglicht. Die Dichte der Hightech-Startups ist in Israel besonders hoch. Heute sind im Land ungefähr 3.000 überwiegend kleinere forschungs- und entwicklungsintensive Unternehmen aktiv, davon mehr als ein Drittel IT-Firmen. Schwerpunkt industrieller Forschungs- und Entwicklungstätigkeit sind die Bereiche Kommunikationstechnologie, Biotechnologie, Medizintechnik und Solarenergie. Eine entscheidende Rolle für den Erfolg israelischer Hightechfirmen spielen umfangreiche staatliche Förderungen, insbesondere durch das Wirtschaftsministerium.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist der hohe Anteil an privatem Risikokapital. Im Vergleich mit den EU-Mitgliedsstaaten liegt Israel bei der Mobilisierung von Wagniskapital heute an erster Stelle. Die Attraktivität Israels als Investitionsstandort zeigt sich weiterhin an den anhaltend hohen ausländischen Investitionen im Land, wovon nach wie vor ein großer Teil aus den USA stammt. Insbesondere der Hightech- und Biotechnologiebereich sind dauerhaft von hohem Interesse. Die positive Haltung ausländischer Investoren liegt auch darin begründet, dass der Firmenwert primär in Patenten und im Know-how der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter liegt, die in Krisenfällen leicht ins Ausland verlagert werden können. Siemens, SAP, Volkswagen, Daimler, Deutsche Telekom, Bosch Siemens Hausgeräte, Henkel, BASF und Bayer sind die wichtigsten deutschen Investoren. Dieses Engagement zeigt sich auch in Forschungsverträgen mit israelischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen.