Wassertechnologien

Die bilaterale Kooperation im Bereich Wassertechnologie wurde bereits 1974 gegründet und hat seitdem wesentliche Beiträge zur Etablierung der 50-jährigen diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und Deutschland geliefert. In mehr als 133 Projekten ist eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen israelischen und deutschen Forschern entstanden.

Israelische Forscher wurden vom BMBF mit rund 19,8 Millionen Euro sowie vom MOST mit 1,6 Millionen Euro unterstützt. Zusätzlich wurden die deutschen Partner vom BMBF mit 15,6 Millionen Euro ausgestattet.

Innovative Wassertechnologie-Lösungen aus Deutschland und Israel sind international anerkannt und tragen zur Versorgung einer weltweit wachsenden Bevölkerung mit sauberem Wasser bei. Israel hat seine Exporte im Bereich Wassertechnologie seit 2007 bereits mehr als verdoppelt. Deutschland ist das Land mit dem höchsten Exportmarktanteil der Welt im Bereich Wassertechnologie.

Die Ziele des Deutsch-Israelischen Wassertechnologieprogrammes sind:

  • Verbesserung der Wassersituation in Israel, seinen direkten Nachbarländern und/oder Deutschland
  • Erschließung von neuen Absatzmärkten für israelische und deutsche Unternehmen im Wasser- und Umweltsektor
  • Erhalt und Ausbau von bilateralen und multilateralen Kooperationen im Wassersektor, sowie von Kooperationen zwischen Wissenschaft und Industrie

Im Jahr 1999 wurde von BMBF und MOST ein Austauschprogramm für junge Wissenschaftler (Young Scientist Exchange Program – YSEP) ins Leben gerufen, um bilaterale Kooperationen nachhaltig zu fördern. Mittlerweile haben bereits mehr als 100 junge Wissenschaftler aus Israel und Deutschland von dem Austauschprogramm profitiert.

Das Themenspektrum der Kooperation umfasst:

  • Erhöhung der Wasserverfügbarkeit und –qualität
  • Abwasserbehandlung und –wiederverwendung
  • Energieeffizienz im Wassersektor
  • Grundwasseruntersuchung und Sanierung
  • Trinkwasseraufbereitung und gesundheitliche Aspekte der Trinkwasserversorgung
  • Integriertes Wasserressourcenmanagement

In jährlichen Ausschreibungen werden die Themen für die neu einzureichenden Förderanträge spezifiziert. Die gemeinschaftlichen Projektanträge der deutschen und israelischen Partner werden unter Berücksichtigung externen Begutachtungen von BMBF und MOST zur Förderung ausgewählt. Die Einreicher der Projektanträge werden vom Projektträger über das Ergebnis der Bewertung schriftlich informiert. Es besteht kein Rechtsanspruch auf Rückgabe eingereichter Unterlagen.


Neben der bilateralen Kooperation startete 1997 auch ein multilaterales Verbundprojekt unter Beteiligung deutscher, israelischer, jordanischer und palästinensischer Forschungseinrichtungen. Das Projekt wurde hauptsächlich vom BMBF, daneben aber auch durch das MOST finanziert. Ziel war es, das Verständnis für die Zusammenhänge in den Grundwasserleitern (Aquiferen) entlang des Jordantals zwischen See Genezareth und Totem Meer zu erhöhen und Antworten auf gemeinsame Probleme zu finden. Die erfolgreiche multilaterale Wassertechnologie-Kooperation wurde von 2000 bis 2005 in einer zweiten Förderphase fortgesetzt und Mitte 2002 um ein Austauschprogramm für Promovierende der im Projekt beteiligten Institute erweitert. Ende 2005 wurde ein Bericht über die nachhaltige Nutzung der Wasserressourcen beiderseits des Jordans veröffentlicht.

Seit 2006 besteht ein multilaterales Projekt zum Thema “Integrated Water Resources Management in the Lower Jordan Rift Valley: SMART – Sustainable Management of Available Water Resources with Innovative Technologies”. 17 Partnerinstitutionen aus Universitäten, Forschungseinrichtungen, staatlichen Behörden, Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen aus Israel, den palästinensischen Autonomiegebieten, Jordanien und Deutschland bilden einen Forschungsverbund. Ziel des multidisziplinären Projektes ist die Entwicklung übertragbarer Ansätze zum integrierten Wasserressourcenmanagement in semiariden Regionen. Hierzu erfolgt die umfassende Beurteilung aller verwertbaren und bisher ungenutzten Wasserressourcen des Projektgebietes einschließlich des Grundwassers, der Abwässer sowie stark salzhaltiger Wässer und Flutwässer. Durch projektübergreifende Koordinierung werden die Arbeiten mit anderen Projekten in der Region, wie z.B. GLOWA, abgestimmt und Ergebnisse ausgetauscht. 2010 startete eine zweite Projektphase in der mit Demonstrationsprojekten eine umfassendere Implementierung der erarbeiteten Lösungen vorbereitet wurde. Im Jahr 2015 startete das Anschlussprojekt SMART-MOVE als finale Implementationsphase.