Solidaritätsreise nach Israel 

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© Max-Planck-Gesellschaft

Max-Planck-Präsident Patrick Cramer und eine kleine Delegation aus Mitgliedern der Max-Planck-Gesellschaft und der Minerva Stiftung reisten Ende November 2023 nach Israel. Sie setzten ein Zeichen der Solidarität mit langjährigen Kollegen an israelischen Universitäten und dem Weizmann Institute of Science.

Der fünfzigste Jahrestag des Minerva-Stipendienprogramms sollte dieses Jahr mit einer großen Zeremonie in Jerusalem gefeiert werden. Seit 1973 haben 2.000 junge Stipendiaten an diesem Austauschprogramm teilgenommen. 180 Gäste aus der deutschen und israelischen Wissenschaftsgemeinde wollten zum Feiern auf dem Gelände des Van-Leer-Instituts in Jerusalem in unmittelbarer Nähe des Amtssitzes von Präsident Isaac Herzog zusammenkommen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte wie sein israelischer Amtskollege versprochen, die Veranstaltung in Jerusalem mit einer Rede zu eröffnen.

Doch nach dem barbarischen Terroranschlag der Hamas am 7. Oktober ist nichts mehr, wie es war. 1.200 ermordete Kinder, Frauen und Männer, mehr als 5.000 Verletzte und 239 entführte Geiseln. Darüber hinaus herrscht in Gaza ein schrecklicher Krieg, der auch dort schreckliches Leid verursacht. Trotz der Absage der geplanten Veranstaltung reiste Ende November eine kleine Delegation der Max-Planck-Gesellschaft und der Minerva Stiftung unter der Leitung von Präsident Cramer nach Israel.

„Wir wollten in diesen schwierigen Zeiten unsere Solidarität mit unseren langjährigen Kollegen an den israelischen Universitäten und dem Weizmann Institute of Science zum Ausdruck bringen“, sagte Cramer. „Unsere Kolleginnen und Kollegen haben uns mit großer Freude und tiefer Trauer zugleich empfangen. Eine Kollegin konnte ihre Tränen nicht verbergen. Sie litt unter diesem Schweigen, unter der mangelnden Anteilnahme der Weltgemeinschaft“, sagte der Präsident.

Tatsächlich reagierten ausländische Forschungseinrichtungen spät oder gar nicht auf den Schrecken des 7. Oktober. Israel führe derzeit zwei Kriege, sagte ein Kollege: einen in Gaza und einen im Internet. Überall gebe es anti-israelische Proteste. Der Terroranschlag der Hamas werde relativiert oder vertuscht. In den sozialen Medien ist von Kolonialismus, Apartheid und sogar Völkermord die Rede – doch die Gräueltaten der Hamas werden kaum erwähnt. Die Kollegen sind besorgt über die anti-israelischen Demonstrationen, die weltweit stattfinden, auch in Europa und Deutschland. Die Rede des Max-Planck-Präsidenten sollte vor allem Trost, aber auch Zuversicht vermitteln.

An einem gemeinsamen Abend im Van-Leer-Institut nahmen die Präsidenten und Vizepräsidenten israelischer Universitäten und Forschungseinrichtungen sowie die Direktoren der Minerva-Zentren teil – insgesamt über 50 Gäste.​

Quelle und weitere Informationen: Minerva Stiftung