Neue Materialien und Nanotechnologie

Die deutsch-israelische Forschungskooperation zu neuen Materialien und Nanotechnologie ist aus früheren Projekten zur Erforschung von Magnesiumlegierungen zur Nutzung für Batterien hervorgegangen. Die seit 1981 bestehende Kooperation zwischen dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem israelischen Minstry of Science, Technology and Space (MOST) in der Materialforschung wurde 1995 neu gestaltet. Thematische Schwerpunkte waren – entsprechend dem damaligen BMBF-Materialforschungsprogramm Ma-Tech – die Entwicklung von Magnesiumlegierungen und von Materialien für neue Batterieentwicklungen.

Im Rahmen der sechsten Deutsch-Israelischen Regierungskonsultationen 2016 vereinbarten das BMBF und die Israel Innovation Authority (IIA) eine Zusammenarbeit in der angewandten Nanotechnologie. Eine bilaterale Bekanntmachung wurde im November 2016 veröffentlicht. Gemeinsam wurden 12 „2+2“-Projekte für eine Förderung ausgewählt. Die Projekte sind im Frühjahr 2018 gestartet. Die Förderung der Vorhaben beträgt auf deutscher und israelischer Seite jeweils ca. 8 Mio. Euro. 

2003 wurde mit der Veröffentlichung des BMBF-Programms WING (Werkstoffinnovationen für Industrie und Gesellschaft) ein neues Kooperationsmodell für internationale Projekte eingeführt. Es sieht vor, dass auf beiden Seiten mindestens zwei Partner aus Industrie und Forschungseinrichtungen an dem Verbundprojekt beteiligt sind („2+2“). Außerdem finanzieren die Minerva Stiftung, die Deutsch-Israelische Stiftung für Wissenschaftliche Forschung und Entwicklung (GIF), die Alexander von Humboldt-Stiftung,  die Max-Planck-Gesellschaft und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) Projekte dieser Art.

Im Jahr 2007 wurde die Israel National Nanotechnology Initiative (INNI) als gemeinsame Initiative des Israelischen Forums für Nationale Infrastrukturen für Forschung und Entwicklung (TELEM) und des israelischen Wirtschaftsministeriums ins Leben gerufen. Die Nanowissenschaft wurde zu einem nationalen Prioritätsprojekt mit dem Ziel, Forschungsinfrastrukturen an sechs Universitäten zu schaffen, die die Grundlage für die Nanobranche in Israel bilden sollen. Mithilfe eines Dreiecksmodells wurde ein Finanzierungsmechanismus entwickelt, bei dem die Regierung, die Universität und private Spenden jeweils ein Drittel der Programmfinanzierung bereitstellen.

Die INNI betreibt außerdem eine nationale Datenbank von Unternehmen und Forschern, die in der Nanotechnologie aktiv sind.

Im Dezember 2012 wurde eine Vereinbarung mit MOST zur Batterieforschung anlässlich der deutsch-israelischen Regierungskonsultationen unterzeichnet. Im Oktober 2014 fand die erste German-Israeli Battery School (GIBS) in Tel Aviv, Israel statt.

Schwerpunktthemen der GIBS sind neue Konzepte für Hochleistungsbatterien und Komponenten für Brennstoffzellen und weitere innovative elektrochemische Energiekonzepte der Zukunft. An der ersten GIBS in Tel Aviv haben 25 junge Nachwuchswissenschaftlerinnen -wissenschaftler und 14 ausgewiesene Expertinnen und Experten aus Deutschland und Israel teilgenommen. Im Fokus standen aktuelle Forschungsergebnisse zu elektrochemischen Energiespeichern und -wandlern, angefangen bei Lithiumionen- und Lithium-Luft-Batterien über neue Batteriekonzepte bis hin zu neuen Komponenten für Brennstoffzellen.

Im September 2016 wurde die erste gemeinsame Initiative „Neue Materialien für Batteriesysteme –Förderung deutsch-israelischer Forschungskooperationen“ veröffentlicht. Fünf Verbundprojekte mit einem Gesamtvolumen von 1,5 Mio. Euro starteten im Oktober 2017. Vier weitere Projekte mit einem Gesamtvolumen von 1,4 Mio. Euro wurden im Oktober 2019 gestartet. Die letzte Bekanntmachung “German-Israeli Battery and Electrochemistry Research Programme” war 2018.