Interministerielle Kooperationsvorhaben

Seit Jahrzehnten kooperiert das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit dem israelischen Forschungsministerium. In der industriegeführten Kooperation ist das israelische Wirtschaftsministerium ein weiterer enger Partner.

Die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen der deutschen und der israelischen Regierung wird auf deutscher Seite hauptsächlich vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) getragen. Zuständig für die Kooperationsvorhaben sind die jeweiligen Fachabteilungen. Dem BMBF stehen auf israelischer Seite vor allem zwei Counterparts gegenüber: Das Ministerium für Wissenschaft und Technologie (MOST) und das Ministerium für Wirtschaft und Industrie (MOE). Die deutsch-israelische Forschungszusammenarbeit von BMBF und dem MOST basiert auf einer Vereinbarung von 1973. Seit dem Jahr 2000 wurde die interministerielle Kooperation durch eine Vereinbarung zwischen dem BMBF und MOE auf bilaterale Industriekooperationen ausgeweitet. Im Juni 2011 wurde von der damaligen Bundesforschungsministerin Annette Schavan und dem damaligen israelischen Industrieminister Shalom Simhon ein Regierungsabkommen zu industriegeführter Forschung und Entwicklung sowie zur beruflichen Aus- und Weiterbildung unterzeichnet. Die Förderung von Projekten in den Natur- und Technikwissenschaften erfolgt im Rahmen von bilateralen Ausschreibungen. Die geförderten Vorhaben sind stark anwendungsorientiert.

Anlässlich der Regierungskonsultationen im Jahr 2012 wurde eine Absichtserklärung mit dem Wissenschaftsministerium zur Zusammenarbeit in der Batterieforschung und Elektrochemie unterzeichnet. Die Intensivierung der deutsch-israelischen Kooperation in der angewandten Nanotechnologie beruht auf einer Vereinbarung, die der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Rachel und der Generaldirektor im israelischen Wirtschaftsministerium, Amit Lang, aus Anlass der deutsch-israelischen Regierungskonsultationen im Februar 2016 unterzeichnet haben. 

Kooperationsprojekte zwischen Universitäten und Forschungseinrichtungen werden in Zusammenarbeit mit dem MOST gefördert und größtenteils vom BMBF finanziert. Die Finanzierung von Kooperationen zwischen Industriepartnern wird zu gleichen Teilen vom BMBF und von den Programmen der Israel Innovation Authority (früher: Office of the Chief Scientist) getragen. Von Seiten des BMBF erfolgt die Finanzierung beider Programme aus den Förderinitiativen der einzelnen BMBF-Fachprogramme. Dabei werden von den Ministerien grundsätzlich solche Themen berücksichtigt, die auch im Rahmen von BMBF-Fachprogrammen gefördert werden und den Interessen von MOE und MOST entsprechen. Die Ergebnisse der Forschungsarbeiten werden in zahlreichen wissenschaftlichen Veröffentlichungen dargestellt und durch Statuskonferenzen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Die Koordinierung der interministeriellen Forschungszusammenarbeit obliegt einem gemeinsamen Ausschuss aus Vertretungen aller beteiligten Ministerien und nationalen Behörden; er tagt einmal jährlich alternierend in Deutschland oder Israel. Auf fachwissenschaftlicher Ebene werden die Kooperationen von Lenkungsausschüssen begleitet, die Empfehlungen zur Förderung von Projekten aussprechen und Ergebnisse begutachten. Die Lenkungsausschüsse stärken und koordinieren darüber hinaus die bilaterale Kooperation auch innerhalb europäischer Plattformen, an denen beide Länder teilnehmen, wie beispielsweise Horizont 2020, EUREKA oder Eurostars.

Über Entwicklungen der deutsch-israelischen Forschungszusammenarbeit informiert auch das BMBF auf seinen Webseiten.