Zusammenarbeit im Rahmen europäischer Programme

Die Anbindung an den europäischen Forschungsraum ist für Israels Forschungssystem von strategischer Bedeutung. EU-Programme öffnen zahlreiche zusätzliche Möglichkeiten für die Zusammenarbeit deutscher und israelischer Forschender.

Die Kooperation mit Europa ist für die Außenwissenschaftsbeziehungen Israels von zentraler Bedeutung. Die Kooperation mit Deutschland hat Israel das Tor zur Forschungsförderung durch die Europäische Union geöffnet und damit wesentlich zur Integration Israels in den europäischen Forschungsraum beigetragen. Europäische Kooperationsprojekte bieten beiden Seiten vielfältige zusätzliche Möglichkeiten, die die bilaterale Kooperation wirkungsvoll ergänzen. 

Seit 1996 beteiligt sich Israel über gesonderte Assoziierungsabkommen an den Rahmenprogrammen für Forschung und technologische Entwicklung der Europäischen Union. Israelische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben im 7. Forschungsrahmenprogramm (2007 bis 2013) über 4.100 Anträge gestellt, von denen 754 bewilligt wurden . Hieran haben die Universitäten mit fast 64 % und die Industrie mit 24 % partizipiert. Die Zusammenarbeit mit Deutschland steht an erster Stelle. Im Rahmen des 7. Forschungsrahmenprogramms waren in etwa der Hälfte aller bewilligten Kooperationsprojekte aus Israel deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler maßgeblich involviert.

2014 unterzeichnete Israel das Assoziierungsabkommen zu Horizont 2020. Der Trend einer intensiven deutsch-israelischen Kooperation wurde im Rahmen von Horizont 2020 fortgesetzt. Laut den Ergebnissen der EU zur Zwischenbewertung 2017 von Horizont 2020 gehörte Israel zusammen mit Norwegen und der Schweiz zu den aktivsten assoziierten Staaten. Israel war bis Ende 2019 an mehr als 1.200 Horizont 2020-Projekten beteiligt. Deutschland war das wichtigste Partnerland Israels in Horizont 2020.

Am 9. Oktober 2021 hat die Europäische Kommission die formellen Verhandlungen mit Israel über die Assoziierung zum EU-Forschungsrahmenprogramm Horizont Europa abgeschlossen. Der Prozess zur Formalisierung des Abkommens wurde eingeleitet und es ist geplant, das Abkommen vor Ende des Jahres zu unterzeichnen. 

Israel hat sich in den vergangenen Jahren den führenden europäischen Forschungsorganisationen und -zusammenschlüssen strategisch angenähert. Israel ist Vollmitglied im Europäischen Netzwerk für marktorientierte Forschung und Entwicklung und „Cooperating State“ bei COST, einem Instrument für europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der wissenschaftlichen und technischen Forschung.

1998 erhielt Israel die Stellung eines wissenschaftlichen Mitglieds ohne Stimmrecht bei der Europäischen Synchrotronstrahlungsanlage in Grenoble. Ferner ist es Gründungsmitglied bei der Europäischen Molekularbiologischen Organisation und dem Europäischen Molekularbiologischen Labor sowie Mitglied der Europäischen Wissenschaftsstiftung und der Europäischen Akademie. Israel genießt darüber hinaus Beobachterstatus in den Gremien der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und bei der Europäischen Organisation für Nuklearforschung.