
Tagungstelegramm und Podcast: Zeitgeschichte im Dialog mit Jonas Hahn und Zarin Aschrafi
1957 gründete der israelische Student Jochanan Bloch an der Freien Universität Berlin die erste Deutsch-Israelische Studiengruppe. Nach dem Berliner Vorbild konstituierten sich in den folgenden Jahren auch an anderen westdeutschen Universitäten parallele Gruppen. Mitte der 1960er-Jahre existierten zeitgleich insgesamt 19 solcher Gruppen mit etwa 600 bis 800 Mitgliedern. Vor dem Hintergrund der Erfahrungen von Nationalsozialismus und Holocaust engagierten sich die Mitglieder in Deutschland für die NS-Aufarbeitung, gegen Antisemitismus und für engere Kontakte mit Israel.
Jonas Hahn hat in seiner Studie die Geschichte dieser studentischen Vereinigung in den größeren Kontext der bundesdeutschen Nachkriegsgeschichte sowie der frühen deutsch-israelischen Beziehungen eingebettet. Auf Grundlage einer umfangreichen Quellensammlung liefert der Autor eine sozialgeschichtliche Analyse der Anfänge des deutsch-israelischen Beziehungsverhältnisses, in dem studentische und gesellschaftliche Akteure eine Vorreiterrolle einnahmen und mit ihrem Engagement politischen Entwicklungen und der offiziellen Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Israel im Jahr 1965 den Weg ebneten.
Sein Buch hat er in der Reihe „Zeitgeschichte im Dialog“ in Berlin vorgestellt. Kommentiert hat seinen Vortrag Zarin Aschrafi. Die anschließende Podiumsdiskussion hat Kristina Meyer moderiert. „Zeitgeschichte im Dialog“ ist eine Kooperation mit der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung.
Nachhören lässt sich die Veranstaltung als Podcast in der Reihe “Zeitgeschichte erleben”.
Quelle: Institut für Zeitgeschichte