
Das (ELNET) engagiert sich als Denkfabrik und Netzwerkorganisation im europäisch-israelischen Kontext. Das aktuelle „Stimmungsbild Israel“, das ELNET gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey erhoben hat, zeigt: Viele Deutsche bewerten das Verhältnis zu Israel heute kritischer als noch vor wenigen Jahren. Zugleich bleibt der Wunsch nach enger Zusammenarbeit deutlich erkennbar. Dabei rangiert die Kooperation in Wissenschaft und Bildung auf Platz 3 der Themenfelder.
Viele Deutsche bewerten die Beziehungen zu Israel zurückhaltend
Bei der Bewertung des aktuellen Verhältnisses von Deutschland zu Israel sind viele Bürger unentschlossen. 41 Prozent der Befragten bewerten die Beziehungen weder positiv noch negativ. 37 Prozent sehen das Verhältnis aktuell negativ, während lediglich 22 Prozent es positiv bewerten. Einzig Anhänger der FDP bewerten das Verhältnis aktuell überwiegend positiv, die Unterstützer aller anderen Parteien teilen die skeptische Haltung der Gesamtbevölkerung. Zwischen Männern (23 Prozent positiv) und Frauen (18 Prozent positiv) sowie Ost- (19 Prozent positiv) und Westdeutschen (22 Prozent) bestehen kleinere Unterschiede.
Die Zahlen spiegeln die Unsicherheit wider, die den öffentlichen Diskurs seit dem 7. Oktober 2023 prägt. Der langwierige Krieg gegen die Hamas und kontroverse Debatten zum Krieg gegen das iranische Regime polarisieren den öffentlichen Diskurs und beeinflussen sichtbar die Wahrnehmung der deutsch-israelischen Beziehungen. Gleichzeitig zeigt die hohe Zahl Unentschlossener auch: Viele Deutsche haben sich nicht grundsätzlich von Israel abgewandt. Vielmehr befindet sich das Meinungsbild derzeit in Bewegung.
Verteidigung und Terrorbekämpfung im Fokus der Zusammenarbeit
Trotz der kritischen Grundstimmung wünschen sich viele Deutsche weiterhin eine enge Kooperation mit Israel – insbesondere bei konkreten Zukunfts- und Sicherheitsfragen. 35 Prozent der Befragten nennen Radikalisierung und Terrorismusbekämpfung als wichtigstes Themenfeld der zukünftigen deutsch-israelischen Zusammenarbeit. Damit liegt Sicherheitspolitik knapp vor Verteidigung mit 34 Prozent. Auf Platz drei folgen Wissenschaft und Bildung mit 28 Prozent, danach Handel mit 24 Prozent und Kultur mit 16 Prozent. Weitere genannte Themen waren Neue Technologien (13 Prozent), Klimawandel (11 Prozent), Energie (8 Prozent) und Gesundheit (6 Prozent).
Die Ergebnisse zeigen deutlich: Israel wird von vielen Deutschen zunehmend als strategischer Partner wahrgenommen – insbesondere mit Blick auf Sicherheitsfragen, Verteidigung und gesellschaftliche Resilienz gegen Extremismus. Die deutsch-israelische Zusammenarbeit wird damit pragmatischer verstanden: weniger abstrakt und stärker orientiert an konkreten geopolitischen und gesellschaftlichen Herausforderungen.
Quelle und vollständiger Artikel: ELNET Deutschland