Sechs Forschende der BIU erhalten renommierte ISF-DFG-Förderungen

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Sechs herausragende Forscherinnen und Forscher der Bar-Ilan-Universität (BIU) haben die äußerst begehrten ISF-DFG-Förderungen erhalten – eine bemerkenswerte Leistung für die israelische Wissenschaft und für die internationalen Forschungskooperationen der Universität. Das gemeinsame Programm der Israel Science Foundation (ISF) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ist ein Eckpfeiler der deutsch-israelischen Partnerschaft in Wissenschaft und Forschung und fördert nur etwa 20 % der eingereichten Anträge.

Die Förderungen – mit einem Wert von jeweils 260.000–300.000 NIS pro Jahr über einen Zeitraum von drei Jahren – unterstützen Grundlagenforschung, die auf die Erweiterung des menschlichen Wissens abzielt, und nicht auf die unmittelbare Problemlösung. Das Programm verkörpert bewusst den Geist der „Wissenschaftsdiplomatie“: die Stärkung bilateraler Beziehungen durch Spitzenforschung bei gleichzeitiger Wahrung der Werte Exzellenz, Gleichheit und Vielfalt.

Neuland in der Psychologie und psychischen Gesundheit

Professorin Ilanit Hasson-Ohayon vom Fachbereich Psychologie wird gemeinsam mit Kollegen der Universität Haifa und der Universität Leipzig eine interkulturelle Studie leiten. Ihr Projekt „Exploring Attitudes and Stigma towards the Use of Antipsychotic Medications“ wird untersuchen, wie sich die Stigmatisierung psychiatrischer Behandlungen auf Patienten, Pflegekräfte und Psychiater auswirkt. Die Ergebnisse sollen maßgeschneiderte, evidenzbasierte Ansätze für die Genesung im Bereich der psychischen Gesundheit prägen.
Altersdiskriminierung durch Forschung bekämpfen

Professorin Liat Ayalon von der Fakultät für Sozialarbeit wird in Zusammenarbeit mit Professor Klaus Rothermund von der Friedrich-Schiller-Universität Jena untersuchen, wie verschiedene Formen altersbezogener Stereotypen die Diskriminierung älterer Menschen schüren. Ihre bahnbrechende Studie unterscheidet zwischen deskriptiven Stereotypen (z. B. die Darstellung älterer Menschen als krank oder pflegebedürftig) und präskriptiven Stereotypen (soziale Normen, die vorschreiben, wie sich ältere Menschen „verhalten sollten“). Die Ergebnisse werden tiefere Einblicke in die Mechanismen des Ageismus liefern und Strategien zu dessen Bekämpfung liefern.

Die soziale Kraft der Tierkommunikation

Professor Lee Koren von der Fakultät für Biowissenschaften wird in Zusammenarbeit mit Forschern der FAU Nürnberg untersuchen, wie der soziale Kontext die Zuverlässigkeit tierischer Lautäußerungen beeinflusst. Aufbauend auf mehr als 25 Jahren Aufzeichnungen von Klippschliefer und unter Einsatz fortschrittlicher KI-Tools wird das Projekt aufzeigen, wie Solo- und Gruppenrufe von Tieren die soziale Dynamik prägen. Die Forschung verspricht, Licht auf die Schnittstelle von Kommunikation, Vertrauen und Überleben im Tierreich zu werfen.

Entschlüsselung der neuronalen Muster des Gehirns

Die Professorinnen Mina Teicher und Hamutal Slovin vom Gonda Multidisciplinary Brain Research Center werden gemeinsam mit deutschen Kooperationspartnern vom Forschungszentrum Jülich und der Universität Aachen präzise räumlich-zeitliche Muster in neuronalen Netzwerken untersuchen. Ihre Arbeit zielt darauf ab, eine der wichtigsten Fragen der Neurowissenschaften zu beantworten: Wie erreicht das Gehirn eine robuste und effiziente Informationsverarbeitung? Dieser Durchbruch könnte eine neue Generation energieeffizienter künstlicher neuronaler Netzwerke inspirieren, mit Anwendungsmöglichkeiten sowohl im Gesundheitswesen als auch in der Technologie.

Audio der nächsten Generation für Hearables

Professorin Sharon Gannot von der Fakultät für Ingenieurwissenschaften wird in Zusammenarbeit mit Professor Timo Gerkmann von der Universität Hamburg generative KI-Modelle – die bereits die Text- und Bildanalyse revolutionieren – auf binaurales Audio anwenden. Im Rahmen ihres Projekts werden Algorithmen für intelligente Kopfhörer und Hörgeräte entwickelt, die Stimmen trennen, Störgeräusche reduzieren und räumliche Hinweise bewahren. Das Ergebnis könnte assistive Hörtechnologien grundlegend verändern, die Lebensqualität von Menschen mit Hörverlust verbessern und sogar Menschen mit normalem Hörvermögen ein „Supergehör“ ermöglichen.

Eine seltene und prestigeträchtige Leistung

Die diesjährige Gruppe der ISF-DFG-Stipendiaten an der BIU unterstreicht die breite Exzellenz der Universität – die sich über Psychologie, Sozialwissenschaften, Lebenswissenschaften, Hirnforschung und Ingenieurwissenschaften erstreckt. Da weltweit nur jede fünfte Bewerbung eine Förderung erhält, unterstreichen diese Erfolge die Rolle der BIU an der Spitze internationaler wissenschaftlicher Entdeckungen und Zusammenarbeit.

Die Bar-Ilan-Universität gratuliert den Professorinnen Ilanit Hasson-Ohayon, Liat Ayalon, Lee Koren, Mina Teicher, Hamutal Slovin und Sharon Gannot herzlich zu dieser außergewöhnlichen Leistung. Ihre Arbeit veranschaulicht die Kraft der Wissenschaft, Wissen zu erweitern, das Wohlergehen der Menschen zu fördern und Brücken zwischen Nationen zu stärken.

Quelle: BIU