VERA veröffentlicht „Akademischen Boykottbericht 2025–2026“

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VERA ist der Verband der Hochschulleitungen Israels. Mitglieder sind die Präsidenten, Rektoren und Generaldirektoren aller israelischen Universitäten. Der im Mai veröffentlichte „Akademische Boykottbericht Nr. 4“ deckt den Zeitraum von Oktober 2025 bis März 2026 ab und listet 4 zentrale Erkenntnisse:

1. Die Gesamtzahl der Meldungen über neue akademische Boykotte aller Art – seien es Boykotte gegen einzelne Forschende, akademische Einrichtungen oder Berufsverbände – ist relativ moderat gestiegen. Dieser moderate Anstieg spiegelt wahrscheinlich die Tatsache wider, dass viele derjenigen, die dazu neigen, israelische Forscher und Einrichtungen zu boykottieren, dies bereits in den vergangenen zwei Jahren getan haben, weshalb die Zahl der neuen Akteure, die sich diesen Bemühungen anschließen, nun geringer ist.

2. Allerdings ist weder der Umfang noch das Ausmaß bestehender Boykotte zurückgegangen. Dies bedeutet, dass sich der allgemeine Trend zu akademischen Boykotten gegen die israelische Wissenschaft fortsetzt und es deutliche Anzeichen für eine allmähliche Verstärkung gibt.

3. Der akademische Boykott verändert sich sowohl in seiner Form als auch in seinen Schwerpunkten. Insbesondere hat der relative Anteil von Boykottvorfällen im Zusammenhang mit „Horizont Europa“-Projekten deutlich zugenommen. Die Beteiligung Israels sowie die Beteiligung der israelischen Wissenschaft am wissenschaftlichen Rahmen der „Horizont Europa“-Vereinbarungen ist ein strategisches Ziel und ein nationales Vorzeigeprojekt. Die Autoren des Berichts stellen fest, dass sowohl Konkurrenten als auch Gegner diese Schwachstelle erkennen und entsprechend darauf abzielen.

Unterdessen dauern Initiativen an, die darauf abzielen, israelische Forschende und israelische Berufsverbände aus internationalen akademischen Organisationen auszuschließen. Das Phänomen der Trennung akademischer Beziehungen, sowohl auf individueller als auch auf institutioneller Ebene, hält weiterhin an, und viele israelische Forschende berichten nach wie vor von stornierten Konferenz-Einladungen sowie von Sanktionen im Zusammenhang mit Vorträgen und akademischen Auftritten.

4. Die ursprüngliche Annahme, dass ein Waffenstillstand im Gazastreifen die Boykottaktivitäten eindämmen würde, hat sich eindeutig nicht bewahrheitet. Die Beobachtung von Boykottorganisationen und ihres öffentlichen Diskurses zeigt, dass sich diese Organisationen sehr schnell an die sich ändernden Umstände angepasst haben, darunter den Krieg mit dem Iran und Entwicklungen im Zusammenhang mit Israels Aktivitäten im Libanon.

Boykottorganisationen nutzen zudem die wachsende Feindseligkeit gegenüber der Trump-Regierung in progressiven Kreisen und bei Teilen der europäischen Entscheidungsträger, um die Feindseligkeit gegenüber Israel zu verstärken, das als engster Verbündeter der Vereinigten Staaten wahrgenommen wird und ihrer Ansicht nach eine zunehmend aggressive Regionalpolitik verfolgt.

Der vollständige Report mit strategischen Schlussfolgerungen steht auf der VERA-Website zum Download bereit.

Quelle: VERA