Jewish Studies in the European Public Sphere: Research, Education, and Societal Impact

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Diese Veranstaltung ist die erste von drei Konferenzen, die zwischen 2026 und 2028 im Rahmen des JEWLIF-Projekts „Conferences of Applied Jewish Studies (CAJES)“ in ganz Europa stattfinden sollen. Der zugehörige Call for Papers läuft bis 1. Mai 2026.

Fokus der Veranstaltung

Wie können wir das öffentliche Verständnis des jüdischen Lebens in Europa erweitern, so dass jüdische Lebenswelten als integraler Bestandteil europäischer Identitäten anerkannt werden, ohne unseren Fokus auf die Folgen des jüngsten Anstiegs des Antisemitismus oder auf Debatten über Israel zu beschränken? Wie können wir die Wertschätzung für die vielfältigen und lebendigen Ausdrucksformen des jüdischen Lebens in ganz Europa fördern? Und welchen Beitrag können die Jüdischen Studien – das akademische Fachgebiet, das sich der Erforschung der jüdischen Geschichte, des jüdischen Denkens, der jüdischen Literatur und Kultur widmet – zur Überwindung verzerrter Wahrnehmungen und Vorurteile gegenüber Juden und dem jüdischen Leben in Europa leisten?

Die Konferenz untersucht diese Fragen mit dem Ziel, praktische Ansätze zu entwickeln, um die Erkenntnisse der Jüdischen Studien einer breiteren Öffentlichkeit zu vermitteln, insbesondere im Bildungsbereich. Dieser praxisorientierte Fokus lädt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Fachbereich Jüdische Studien und verwandter Fachgebiete dazu ein, über die gesellschaftlichen und politischen Implikationen ihrer Forschung nachzudenken. Damit unterstreicht er die anhaltende Relevanz der Jüdischen Studien für die drängenden Fragen unserer Zeit und greift gleichzeitig kritisch die Bestrebungen der „Wissenschaft vom Judentum“ des 19. Jahrhunderts auf, deren Befürworterinnen danach strebten, Wissenschaft mit sozialer und politischer Verantwortung zu verbinden.

Zur Unterstützung der Konferenz erklärte Katharina von Schnurbein, Koordinatorin der Europäischen Kommission für die Bekämpfung von Antisemitismus und die Förderung des jüdischen Lebens: „Im Rahmen der EU-Strategie zur Bekämpfung von Antisemitismus und zur Förderung des jüdischen Lebens richtet die Europäische Kommission derzeit ein europäisches Forschungszentrum für zeitgenössischen Antisemitismus sowie jüdisches Leben und Kultur ein. Das Zentrum soll Forscher*innen zusammenbringen, die sich mit allen Aspekten des Antisemitismus und des jüdischen Lebens befassen, und dadurch die multidisziplinäre und angewandte Forschung in ganz Europa fördern. Initiativen wie die Konferenz für Angewandte Jüdische Studien (CAJES) werden für den Aufbau des EU-weiten Netzwerks von entscheidender Bedeutung sein.“

JEWLIF übernimmt die Unterkunftskosten und gewährt einen Teilzuschuss zu den Reisekosten gemäß dem Bundesreisekostengesetz.

Call for Papers

Es werden Konferenzbeiträge erbeten, die sich mit den Möglichkeiten, Strategien und Herausforderungen befassen, die mit der Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse zur jüdischen Geschichte und zum zeitgenössischen jüdischen Leben in verschiedenen Bildungskontexten verbunden sind – darunter Schulen, Universitäten, Erwachsenenbildung und politische Bildung (Gemeinde- und gemeinnützige Organisationen). Beiträge aus verschiedenen Disziplinen der Geistes- und Sozialwissenschaften sind willkommen. Die Veranstalter begrüßen Beiträge aus ganz Europa, um den länderübergreifenden Austausch und die Vernetzung zu fördern.

Bitte senden Sie Ihren Themenvorschlag zusammen mit einer kurzen Zusammenfassung (ca. 400 Wörter) und einer kurzen Biografie bis spätestens 1. Mai 2026 an: Rebecca Rose Mitzner.

Datum 16. bis 18. November 2026
OrtUniversität Köln
Veranstalter JEWLIF: Jüdisches Leben in Europa e.V., Martin-Buber-Institut
für Jüdische Studien und Fachbereich Geschichtsdidaktik
am Historischen Institut der Universität zu Köln