
Gastvortag von Prof. Dr. Jan Gerber, Universität Leipzig, veranstaltet vom Selma Stern Zentrum für jüdische Studien Berlin-Brandenburg. Der Vortrag findet an der FU Berlin statt.
In einer Zeit, in der die Erkenntnis über die historische Besonderheit des Holocaust und die gesellschaftliche Erinnerung an das Verbrechen schwinden, lohnt ein Blick auf die frühen Versuche, das Geschehen überhaupt zu verstehen. Bereits während des Zweiten Weltkriegs verdichteten sich Informationen über Massenerschießungen, Deportationen, Todeslager. Dennoch erschloss sich das Ausmaß der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik auch nach der Befreiung der Lager zunächst nur den wenigsten Zeitgenossen.
Der Vortrag geht der Frage nach, warum selbst gut informierte Beobachter Schwierigkeiten hatten, die historische Dimension des Verbrechens, das später als Holocaust bezeichnet wurde, zu begreifen. Anhand zeitgenössischer Berichte, diplomatischer Mitteilungen und früher Deutungsversuche wird gezeigt, wie stark Wissen und historisches Verstehen mitunter auseinanderfielen. Die Auseinandersetzung mit diesen Grenzen der Wahrnehmung eröffnet zugleich einen Blick auf einige der Bedingungen, unter denen historische Erkenntnis entsteht.
Für Fragen zur Veranstaltung wenden Sie sich gern an die Wissenschaftliche Koordinatorin Doris Maja Krüger: mkrueger@europa-uni.de
| Datum | 11. Juni 2026 | 18:15 – 19:45 Uhr (MESZ) |
| Ort | Freie Universität Berlin, Fabeckstr. 23-25 (Holzlaube) |
| Veranstalter | Selma Stern Zentrum für jüdische Studien Berlin-Brandenburg |